Felix Oldenburg ist nominiert als Impact Entrepreneur des Jahres 2026 Jetzt abstimmen

Impact Entrepreneur des Jahres 2026 Jetzt abstimmen

3/26 Privilegienprobleme!

“Eigentlich habe ich meine ganze Karriere damit verbracht, anderen zu helfen, die Welt zu verbessern ...” war mein erster Gedanke, als ich erfahren habe, dass ich erneut bei den German Startup Awards unter die drei Finalisten für Impact Entrepreneur des Jahres ausgewählt wurde. Um ehrlich zu sein, hat der Satz noch einen zweiten Teil: “… und ich würde diesmal wirklich gern gewinnen.” Vielleicht helft Ihr mir bei der Publikumsabstimmung?

Hallo! Du liest Das Neue Geben mit aktuell 5.915 anderen. 📖 Diese Ausgabe vom Donnerstag, 26. März 2026 hat ca. 1.740 Wörter · Lesezeit ~7 Minuten


“Eigentlich habe ich meine ganze Karriere damit verbracht, anderen zu helfen, die Welt zu verbessern ...” war mein erster Gedanke, als ich erfahren habe, dass ich erneut bei den German Startup Awards unter die drei Finalisten für Impact Entrepreneur des Jahres ausgewählt wurde. Um ehrlich zu sein, hat der Satz noch einen zweiten Teil: “… und ich würde diesmal wirklich gern gewinnen.” Vielleicht helft Ihr mir bei der Publikumsabstimmung? Das wäre Rückenwind für unsere Mission. Zum Voting für die German Startup Awards

Apropos ehrlich, das war ich auch mit dem Geständnis im Handelsblatt, etwas geknickt zu sein. Denn ich hatte mit einer Aktion zum Frauentag am 8. März zunächst nicht genug Männer finden können, deren Spenden für Frauenrechte ich verdoppeln wollte. Aber dann hat es doch geklappt: Mit meinen €5.000 sind es fast €20.000 geworden. Danke! Das ist besonders wichtig angesichts des aktuellen Aufschreis zu Gewalt gegen Frauen.

Es ist schön, mit meiner kleinen Öffentlichkeit etwas bewirken zu können. Ein wenig Mut gehört dazu, es nicht allen Recht zu machen. Der Essay diese Woche befasst sich genau mit den Widersprüchen des Engagements mit Privilegien. Und deshalb feiere ich einen privilegierten Mann, der sich trotzdem sichtbar macht.

Weiter unten teile ich eine Liste von Organisationen in den Feldern Demokratie und Extremismus, die vom brandaktuellen Förderstop des Bundes betroffen sind, Stellenausschreibungen und einen Vortrag zum Großspenden-Fundraising.

Herzlich, Felix

PS: Ich bin häufig auf die aktuellen Bilder aus Beirut angesprochen worden. Furchtbar. Bin froh, dort gewesen zu sein. Und frage mich: Welche anderen Reiseziele gibt es heute, die morgen unmöglich sind?


✍️ ESSAY: Privilegienprobleme

Ich bewege mich zwischen sehr unterschiedlichen Welten: Vermögensnachfolgern, Startup-Gründerinnen und DAX-Vorständen auf der einen Seite, systemkritischen Aktivistinnen, Social Entrepreneurs und den Gästen in der Bahnhofsmission auf der anderen. Sogar manchmal noch in der Politik (s. Foto). Alle wollen in einer offenen Demokratie, einer lebenswerten Natur leben. Dennoch verstricken wir uns in Debatten darin, wer was sagen und tun darf - statt mehr zu sagen und mehr zu tun.

Ich habe das gerade selbst erlebt. Zum Internationalen Frauentag bot ich an, Spenden von Männern für Frauenrechte zu verdoppeln. Das Ergebnis war ernüchternd. Dann las ich einen Text von Emilia Roig, nach dem ich mich halb ertappt, halb verstanden fühlte: Männer, die öffentlich feministisch auftreten, werden vom System mit genau dem belohnt, wofür Frauen kämpfen — Sichtbarkeit, Einfluss, Glaubwürdigkeit. Das Gefälle bleibt, nur mit besserer Rhetorik.

Dasselbe Muster gilt für Philanthropie. Wer gibt, bekommt Anerkennung. Einfluss. Forschende der University of Bath haben das belegt: Elite-Philanthropie führt kaum zur Umverteilung - sie festigt die gesellschaftliche Position der Gebenden. Das Geben wird ein weiterer Kapitalzuwachs, nur in einer anderen Währung. Motive und Systemeffekte sind zwei verschiedene Dinge.

Performative Widersprüche gibt es überall. Wer die Vermögensungleichheit am schärfsten anklagt, vertraut oft am stärksten dem Staat, obwohl genau der das kritisierte System mit aufgebaut hat. Und was passiert, wenn nur der Staat ein Feld finanziert, sieht man aktuell beim Ende der Demokratieförderung (s.u.) - und sicher, wenn im Bund die AfD mitregiert.

Es ist ein doppeltes Patt. Die Systemkritiker brauchen privates Geld, wollen es aber eigentlich lieber nicht — also fordern sie die Steuerlösung, obwohl sie dem Staat misstrauen. Viele Vermögende wollen handeln, fürchten aber, sich mit ihren Privilegien zu zeigen. Beide warten.

Der gerade verstorbene Jürgen Habermas hat beschrieben, wie Demokratie eine geteilte Öffentlichkeit braucht — Räume, in denen Argumente ausgetauscht und nicht nur Positionen bekräftigt werden. Diese Öffentlichkeit erodiert. Algorithmen liefern Bestätigung statt Widerspruch. Jede Seite radikalisiert sich in ihrer Ecke.

Dabei gibt es das Geben nicht, ohne das jemand auch bereit ist zu nehmen. In meinem Buch “Der gefesselte Wohlstand”, das vor genau einem Jahr erschienen ist, geht es im Epilog genau darum. Ich zitiere einen israelischen Freund, dass „geben" und „empfangen" auf Hebräisch dieselbe Wurzel haben: nat. Übersetzt: anvertrauen.

Das beschreibt die eigentliche Herausforderung besser als jede politische Forderung. Wie Vertrauen funktioniert, zeigt sich im Gefangenendilemma: Wer zynisch handelt in der Annahme, dass der andere ohnehin nur an sich denkt, verliert langfristig. Kooperation gewinnt.

Für Vermögende bedeutet das konkret: Für Regelwerke einzutreten, die Privilegien abbauen, Ressourcen dorthin lenken, wo Entscheidungsmacht verschoben wird. Das wirkt. Es bringt vielleicht keinen Applaus. Das ist der Punkt.

Für die andere Seite bedeutet es: Geld annehmen, ohne Gebende eigentlich zu verurteilen. Nur in einem Klima, in dem Privilegierte nicht schon dafür kritisiert werden, dass sie Privilegien haben, entsteht Kooperation — kein Applaus nötig, aber die Annahme.


Club Neues Geben

Wirksames Geben ist eine komplexe und persönliche Aufgabe. Der Club Neues Geben bietet Orientierung und Guidance durch Vernetzung. Keine teure Beratung. Kein Fundraising. Dafür persönliche Erfahrungen und Wissen.

Letzte Woche hatten wir ein gut besuchtes Webinar, in dem ein Clubmitglied ihre motivierenden Erfahrungen mit dem Spendenzirkel Klimaschutz teilte. Tatsächlich gibt es kaum eine effektivere Form, gemeinsam zu geben, als Giving Circles: Eine Gruppe trifft sich (meist online), ein oder zwei eingeladene Organisationen stellen ihre Erbeit vor, dann spenden alle. Unsere Partnerorganisation Wider Sense hat eine schöne Studie dazu erstellt. Übrigens: Eine bcause Foundation reicht schon, um innerhalb weniger Minuten loszulegen. Sie versendet automatisch Spendenquittungen und macht die Verteilung der Spenden einfach.

Mehr zum Club Neues Geben


Eine Person, die mich inspiriert Kai Viehof

Kai Viehof, Foto:Luisa Sole

Ab und zu traut sich jemand. Der Artikel über den “Millionenerben, der die Millionen nicht will”, war im Handelsblatt einige Tage der meistgelesene Artikel (übrigens auf Platz zwei eine Woche vorher meine Kolumne “Wie die Vermögensverwalter die nächste Generation verlieren”). Der Allkauf-Erbe und gelernte Steuerberater Kai Viehof (44) spiegelt eine Lernreise, die Mut macht: Von der Auseinandersetzung mit unverdientem Erbe über den Austausch mit Gleichgesinnten bis zur Förderung von Organisationen, die an einem anderen Kapitalismus und auch an einer offenen Demokratie arbeiten. Und an Frauenrechten (s.o.). Am Tag der Veröffentlichung trafen wir uns spontan in Düsseldorf. Und erlebten, was für eine schöne Verbindung darin besteht, gemeinsam zu geben.



Eine Idee zum Weiterdenken Extremismus-Prävention

Eigentlich wollte ich heute eine Liste von Bildungsorganisationen teilen, die mich beeindruckt haben. Aber dann kam die Nachricht vom Förderstop im Programm “Demokratie Leben!”, die viele Organisationen existenziell bedroht, die an Menschenrechten und Extremismusprävention arbeiten. Und weil es manchmal schnell gehen muss, habe ich mit Input einiger kundiger Menschen eine erste Liste relevanter und betroffener Organisationen erstellt, die ich auch fast alle kenne.

Man kann einzeln über die Links oder gesamthaft über meine kleine FO Foundation spenden - die Gelder verteile ich dann.

  1. HateAid unterstützt Betroffene digitaler Gewalt mit Beratung und rechtlicher Hilfe und setzt sich politisch für besseren Schutz und mehr Verantwortung von Plattformen ein.

  2. CORRECTIV ist das gemeinnütziges Recherchezentrum für investigativen Journalismus, das Missstände aufdeckt, Fakten zugänglich macht und demokratische Öffentlichkeit stärkt.

  3. Das NETTZ vernetzt mit dem Netzwerk toneshift Akteur:innen gegen Hass im Netz und entwickelt Strategien im Umgang mit digitaler Gewalt.

  4. VPN (Violence Prevention Network) arbeitet mit radikalisierten Menschen und Gefährdeten, um Ausstiege aus Extremismus zu begleiten und demokratische Haltungen durch Beratung, Prävention und Bildungsarbeit zu stärken.

  5. Die Amadeu Antonio Stiftung setzt sich gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus ein, fördert lokale Initiativen und stärkt Engagement für Demokratie, Vielfalt und den Schutz von Betroffenen.

  6. Frauenhauskoordinierung e.V. unterstützt Frauenhäuser bundesweit, entwickelt Qualitätsstandards und setzt sich politisch für besseren Schutz und Hilfsangebote ein.

  7. Radikale Töchter ermutigt Menschen, sich kreativ für Demokratie einzusetzen, und vermittelt Aktivismus als gestaltbare Praxis durch Workshops und Kampagnen.

  8. EOTO (Each One Teach One) ist eine community-basierte Organisation für Schwarze Menschen, die Räume für Austausch schafft und sich gegen Rassismus sowie für Teilhabe einsetzt.

  9. ufuq.de macht politische Bildungsarbeit mit Jugendlichen zu Islam, Islamfeindlichkeit und Radikalisierung und stärkt demokratische Kompetenzen sowie die aktive gesellschaftliche Teilhabe.

  10. Nicht ganz in diese Liste passt der von Campact und innn.it gestartete neue Deutsche Fonds für Demokratie, den ich aber trotzdem erwähnen möchte, weil er ab Herbst gezielt Organisationen fördern will, die von dem Wegfall staatlicher Förderungen betroffen sind. Manchmal ist die Wirklichkeit noch schneller.


Eine Zahl, die im Kopf bleibt 10.000

Neulich habe ich nach einem Gespräch mit einem Stifter ein Rechenbeispiel erstellt. Wie viel Kapital bräuchte er, um jährlich aus den Erträgen €10.000 an Förderungen zu vergeben?

Eine eigene rechtsfähige Stiftung braucht man dafür natürlich nicht. Aber auch für eine Treuhandstiftung mit einem Stiftungsverwalter ist die Antwort überraschend hoch. Typische Stiftungsfonds erwirtschaften nach Kosten rund 2–2,5 % Rendite. Gleichzeitig fallen vom Verwalter zusätzliche Gebühren an: Marktüblich sind 3 % auf jede Ausschüttung sowie fixe Verwaltungskosten von rund 5.000 Euro pro Jahr. Um mit diesen Kosten 10.000 Euro tatsächlich auszuschütten, braucht es rund 650.000 Euro Vermögen.

Zum Vergleich: In der digitalen Struktur bei bcause mit 4 % Netto-Rendite (Anlagebeirat im Bild) und ohne zusätzliche Ausschüttungsgebühren oder Fixkosten reduziert sich der Kapitalbedarf drastisch. Hier reichen etwa 250.000 Euro aus, um dieselben 10.000 Euro Förderung zu ermöglichen.

Der Unterschied beträgt rund 400.000 Euro. Das ist kein Detail. Es ist ein strukturelles Problem. Oder anders gesagt: Es fehlt nicht an Geld. Es fehlt an effizienten Strukturen, die es in Wirkung übersetzen.


Angebot für gemeinnützige Organisationen

bcause ermöglicht gemeinnützigen Organisationen, Spenden digital zu sammeln und zu verzinsen, zentral zu verwalten und punktgenau abzurufen. Fundraising und Mittelverwendung arbeiten dabei nicht länger getrennt, sondern Hand in Hand.

Aktuelles Beispiel: Die Sozialheld*innen setzen sich mit Projekten wie Wheelmap.org für eine barrierefreie Gesellschaft ein und nutzen dafür ab sofort bcause als ihre neue Fundraising-Plattform. Hier werden Ihre Spenden nicht nur verzinst, sondern der Verein wird gleichzeitig Teil einer engagierten Geber-Community und profitiert von zahlreichen Foundations auf bcause.

Mehr Informationen


⛏️ Needs & Leads

Der Summit der lebendigen Gesellschaft lädt ein, um vom 29. April bis 03. Mai 2026  Fülle und ReichMut zu erkunden.

Der neue Kinofilm “Wir Erben” hat am Do. 23.04.2026 um 20 Uhr im Berliner Delphi Lux Premiere. Ich darf kostenlose Tickets vergeben.

Wer mich im Smoking sehen möchte: Die Abendgala der German Startup Awards findet am 21.5. statt.

bcause schreibt gerade eine Stelle aus, um gemeinnützige Organisationen zu unterstützen, unser Angebot zu nutzen.

Ashoka Deutschland sucht gerade eine Partner:in für strategisches Wachstum und Philanthropie. Zur Stellenausschreibung geht es hier.

Schreibt mir gern mit Euren Needs und Leads.


💡 MEHR VON FELIX

Eine besondere Ehre ist es, im STRIVE-Magazin ab 26.3. ein langes Interview mit mir zu lesen (s. Bild, PDF auf Anfrage).

Im Handelsblatt sind meine Kolumnen “Wie die Vermögensverwalter die nächste Generation verlieren” und “Wohin mit den Privilegien?” erschienen.

Mein Podcast “Das Neue Geben” steht kurz vor einem Relaunch. Bis dahin gibt es weiter interessante Gastepisoden.



📅 Kommende Auftritte:

16.4 Persönlicher Austausch mit Maria Furtwängler im Club Neues Geben. (Offen für alle die ab 5-stelligen Summen geben. Bei Interesse Nachricht an katharina.bauch@bcause.com)

21.5. Deutscher Stiftungstag, Hamburg

21.5. German Startup Awards, Berlin

1.-3.6. Deutscher Fundraising-Kongress, Berlin

17.7. United Philanthropy Forum, Washington DC


Felix Oldenburg ist Impulsgeber im Bereich Social Entrepreneurship und Stiftungen. 🔗 Buch "Der gefesselte Wohlstand" hier bestellen 🎧 Oder als Hörbuch beim Joggen, Kochen, Autofahren... 📱Auf Instagram und LinkedIn für tägliche Gedanken und Diskussionsanstöße.

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Felix Oldenburg CEO bcause · Vorstand gut.org · Autor "Der gefesselte Wohlstand"

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